BBoard stellt seinen Betrieb ein, Details hier

Aktuelles Datum und Uhrzeit: 25.03.2023, 05:24 | Einloggen, um private Nachrichten zu lesen
Unbeantwortete Beiträge anzeigen
Seelenfall Foren-Übersicht
Mitgliederliste Benutzergruppen Registrieren Login
Seelenfall
Wir sind umgezogen!!! www.seelenfall.de dort findet ihr das neue Forum!!!!
 

Texte vom Booklet: Subway to Sally Engelskrieger

Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Seelenfall Foren-Übersicht » Andere Künstler
Vorheriges Thema anzeigen | Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
engelskrieger
Administrator



Anmeldungsdatum: 05.03.2007
Beiträge: 101
Wohnort: Hückelhoven

BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 13:12    Titel: Texte vom Booklet: Subway to Sally Engelskrieger Antworten mit Zitat

Werner B.
Werner B. ist einer von 11 000 Arbeitslosen aus der Kartei des Verdener Arbeitsamtes. Immer
wenn er einen jener Formbriefe bekommt, in dem das Arbeitsamt ihm ein Jobangebot schickt, fährt er mit dem Fahrrad von seinem Wohnort Tedinghausen eine Stunde nach Verden. Er geht durch den Hof mit der eisernen Skulptur hinein in das Behördengebäude, und nach einiger Zeit wieder heraus und fährt mit neuen Hoffnungen zurück. Aber die Hoffnungen zerschlagen sich.
Am Ende kommen die Formbriefe nur noch selten. Weil er eine Fortbildungsmaßnahme abbricht, sollen ihm die Bezüge gestrichen werden. Er wird von damals knapp 600 Mark Sozialhilfe leben müssen. Im Foyer des Arbeitsamtes kommt es am 12.12.2000 zu einer folgenreichen Begegnung. Dort hört B. mit, wie eine Mitarbeiterin den Arbeitsamtleiter mit Namen begrüßt. Klaus Herzberg heißt er, und Werner B. weiß nun, dass dies der Mann ist, der über die Fortzahlung seines Arbeitslosengeldes zu entscheiden hat. Er tritt auf den Mann zu und bittet um Verständnis. Klaus Herzberg verweist auf die Vorschriften: “Wer die Fortbildung abbricht, bekommt eine Sperre.“ Dabei ist dies keineswegs automatisch der Fall; entschieden wird von Fall zu Fall.
Wenige Wochen später stehen sich die beiden Männer erneut gegenüber. Es ist der frühe Morgen des 6.2.2001. Werner B. wartet seit einer halben Stunde vor der Garage von Herzbergs Privathaus in Verden. Als Herzberg herauskommt und B. wegschickt, zieht der einen so genannten
Dreikantschaber aus der Jackentasche, den er, wie er später sagt, seit einem halben Jahr als Talisman bei sich trägt. Ein knapp 30 Zentimeter langes Werkzeug mit Metallspitze. Er sticht 25 mal auf den Arbeitsamtdirektor ein, davon 22 mal in den Kopf.

Geschockt
...
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger
Nach oben
engelskrieger
Administrator



Anmeldungsdatum: 05.03.2007
Beiträge: 101
Wohnort: Hückelhoven

BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 13:15    Titel: Antworten mit Zitat

Der 40-jährige Mann war am Donnerstagabend gegen 17.15 Uhr Kunde in der Dea-Tankstelle an der Hannoverschen Straße. Dabei beobachtete er einen jungen Mann, der im Verkaufsraum Zigaretten, Getränke und eine Rose in die Tasche steckte und ohne zu zahlen verschwinden wollte.
Der Kunde machte den Tankwart auf den Diebstahl aufmerksam. Da dieser die Tankstelle nicht verlassen konnte, lief der Zeuge hinterher und stellte den Täter zur Rede. Mit den Worten: „Ich steche dich ab, ich habe AIDS“, zückte der Unbekannte eine Spritze und stach dem 40-jährigen in die linke Hand.
Immer häufiger werden Fälle bekannt, in denen Betroffene in voller Absicht mit dem Virus infiziert wurden, „gepozzt“, wie die Täter ihr Verbrechen untereinander bezeichnen.
Ohne jeden Respekt vor der Gesundheit und dem Leben anderer Menschen legen es einige
Infizierte bewusst darauf an, das AIDS-Virus insbesondere auf junge und unvorsichtige Sexualpartner zu übertragen, in ihren Worten: sie zu „konvertieren“.


Geschichte zu dem Lied: Unsterblich
...
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger
Nach oben
engelskrieger
Administrator



Anmeldungsdatum: 05.03.2007
Beiträge: 101
Wohnort: Hückelhoven

BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 13:20    Titel: Antworten mit Zitat

Text eines Betroffenen:
Ich liege im Bett und er kommt „Gute-Nacht-Sagen“. Ich kenne die Geräusche der Treppe auswendig,
welche Stufe knarrt und welche quietscht. Ich habe längst schon das Licht ausgemacht, in der Hoffnung, er käme dann nicht. Er soll wegbleiben. Ich will nicht. In mir schreit alles „Hau ab!“, äußerlich tue ich unauffällig und probiere davonzukommen.
Er kommt durchs Zimmer und setzt sich auf die Bettkante. Ich bin ganz an die Wand gekrochen, habe mich klein zusammengerollt, den Rücken zur Tür, den Kopf tief eingezogen, die Augen fest zugekniffen. Ein Stein. So klein, daß ich fast durch die Ritze hinterm Bett verschwinden kann, unsichtbar. Aber er weiß, daß ich da bin, ich spüre ihn auf der Bettkante, er faßt mich an, ich drehe mich um und seine Hand kommt in meinen Schlafanzug ...


Geschichte zum Lied: Abendlied
...
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger
Nach oben
engelskrieger
Administrator



Anmeldungsdatum: 05.03.2007
Beiträge: 101
Wohnort: Hückelhoven

BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

Brief einer Betroffenen:
Bitte überlege Dir, ob du weiterlesen willst; hierhin habe ich die Gedanken meiner „Zerfleischungs-aktion“ verschoben, und wenn Du Dich nicht gut fühlst, solltest Du vielleicht nicht weiterlesen.
Ich habe über die Schnitte im Arm nachgedacht. Am Donnestag waren sie noch sehr klein und eigentlich eher Kratzer. Sie sind mittlerweile schon fast wieder verheilt und nur noch als rote Striche zu sehen. Die vom Freitag waren dann schon bedeutend länger, am Samstag wurden sie zwar nicht länger, aber tiefer und zahlreicher (vom Samstag habe ich die meisten) - Langsam habe ich Routine bekommen, ich höre, wann die Haut- und Fettschicht durchtrennt ist, und der Schnitt ins Fleisch geht. Ich weiss jetzt, wie fest ich mit dem Messer aufdrücken muss, um die darunterliegende
Muskelschicht zu erreichen. Ich kenne den Schmerz, der mir zeigt, dass ich durch die Haut bin. Der Schmerz ist dabei aber eher nebensächlich. - Heute habe ich mich noch nicht schneiden müssen ...
Diese Dynamik ist es, die mir Angst macht. Die Schnitte werden grösser und tiefer. Wie tief gehen die nächsten? Es automatisiert sich ... Was geschieht, wenn ich tatsächlich eine wichtige Ader
verletze, oder ein Schnitt dann doch medizinisch versorgt werden muss? Wie erkläre ich das „Muster“ einem Arzt? Was wird der dann tun? Gibt es da Vorschriften, und ich werde irgendwo zwangseingewiesen? Ich hatte und habe zwar nicht vor, mir das Leben zu nehmen, aber wenn ich einmal den Gedanken haben sollte, wüsste ich vermutlich genau, wie fest ich zudrücken muss.
Bei diesem Gedanken schaudert mir ein wenig. Ich will weiterleben! Aber wenn mir in einem
seelischen Tief der Gedanke käme, wäre ich vermutlich sehr gründlich ...


Geschichte zum Lied: Narben
...
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger
Nach oben
engelskrieger
Administrator



Anmeldungsdatum: 05.03.2007
Beiträge: 101
Wohnort: Hückelhoven

BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

Der Tod schmeckt nach Zwiebeln, glaubt man Einem, der es wissen muss und eben darum
nicht mehr zu fragen ist. Ein junger Mann, verheiratet, zwei kleine Kinder, ein hübsches Haus,
ein sicherer Job. Ein glücklicher Mensch. Dann plötzlich sind da diese heftigen Magenkrämpfe. Der Mann bekommt Medikamente - nichts hilft. Wenige Wochen später muss operiert werden.
Die Diagnose Darmkrebs kommt schnell und mit unerträglichen Schmerzen. Am Anfang ist da noch Hoffnung. Nur nicht verzweifeln, lieber das Schlimmste verdrängen, träumen vom Danach, wenn alles wieder gut ist. Die Mediziner mit ihrem Wissen aber zerstören die Zukunftswünsche.
Es besteht keine Chance auf Besserung, geschweige denn Heilung. So würde es ein Tod auf Raten sein, vielleicht noch ein oder zwei Jahre Leben. Eher Dasein, ohne teilnehmen zu können, denn laufen, liegen, sprechen, essen - alles wird angesichts der permanenten Schmerzen zur Qual. Aufgeben wäre das falsche Wort für das, was der Mann vorhat. Vielmehr möchte er das Schöne in Erinnerung behalten. Einen Sommer noch mit seiner Familie, und im Oktober dann die Hausärztin anrufen, dieselbe, die seinen Kindern bei Erkältung Hustenmittel verschreibt, bei Hautausschlag eine Salbe. Wie sie den Kindern die Schmerzen nimmt, soll sie es auch bei ihm tun. Damit will er sterben. Jetzt und nicht später.
In Holland registrierte die Gesellschaft für freiwillige Euthanasie im Jahr 2000 insgesamt 2123 Fälle von aktiver Sterbehilfe, die in Deutschland verboten ist.


Text zum Lied: 2000Meilen
...
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger
Nach oben
engelskrieger
Administrator



Anmeldungsdatum: 05.03.2007
Beiträge: 101
Wohnort: Hückelhoven

BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

„Wie ihnen selbstverständlich allen bekannt ist“, fuhr der Mann mit leiser aber durchdringender Stimme fort, „erleiden wir im Laufe unseres Lebens vielfältige Schmerzen. Ich weiß, dass ich in meinem Leben Schmerz in vielen verschiedenen Erscheinungsformen erlitten habe, und ich bin sicher, das Gleiche gilt für sie. Ebenso sicher bin ich aber, daß es ihnen in den meisten Fällen
sehr schwer gefallen sein dürfte, einem anderen Menschen die Realität dieses Schmerzes zu
vermitteln: ihn mit Worten auszudrücken. Man sagt, verstehen könne jeder nur den Schmerz,
den er selbst empfindet. Aber ist das wirklich wahr? Ich zumindest glaube nicht, dass das zutrifft. Wenn wir jemanden sehen, mit eigenen Augen sehen, der wirklich leidet, erleben wir seinen Schmerz manchmal durchaus als den unsrigen. Das ist die Kraft des Einfühlungsvermögens. Drücke ich mich klar aus?
Der Grund, warum Leute für andere Leute Lieder singen, ist deren Wunsch, das Einfühlungs-
vermögen der anderen wachzurufen, aus der engen Hülse des eigenen Ich auszubrechen und ihren Schmerz und ihre Freude mit anderen zu teilen.“
Haruki Murakami in „Mister Aufziehvogel“
...
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger
Nach oben
engelskrieger
Administrator



Anmeldungsdatum: 05.03.2007
Beiträge: 101
Wohnort: Hückelhoven

BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

Pro Tag fällt eine Giraffe 20 Minuten in Tiefschlaf, erfährt der Mensch vom Hinweisschild im Zoo. Und ein Zusatz läßt ihn schaudern: „In dieser Zeit ist sie völlig wehrlos.“ Warum stehen nicht auch vor allen Menschenhäusern solche Hinweisschilder, denkt der Mensch. Dann wüßte man gleich, wer über Ventilklappen im Hals verfügt, die beim Trinken einen Blutstau im Gehirn verhindern, wer mithilfe von Schrillleisten an Flügeldecken oder Beinen zirpende Töne hervorzubringen imstande ist, oder wer in Wäldern, Steppen und Gebirgen seine Beute durch eine Hetzjagd erlegt.
...
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger
Nach oben
engelskrieger
Administrator



Anmeldungsdatum: 05.03.2007
Beiträge: 101
Wohnort: Hückelhoven

BeitragVerfasst am: 07.03.2007, 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

Komm Baby, komm Baby, gib meinem Leben einen Kick
Komm Baby, vielleicht bist du auf meiner Seite
Ich will heute Nacht Sex mit dir und hoffe, Du wirst nie nachlassen - okay
Komm Baby - keine Dame - gib meinem Leben einen Kick
Ich bin jetzt bereit für den letzten Schritt
Du hast meine Liebe entfacht, und jetzt gibt es kein Halten mehr
Kannst du mich heute Nacht wieder zum Schreien bringen?
Ich lasse deine Träume wahr werden, mein Junge - die ganze Nacht
Jeanette Biedermann in „Rock My Live“
...
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen MSN Messenger
Nach oben
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Seelenfall Foren-Übersicht » Andere Künstler
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
 
 
Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu:  

Seite 1 von 1


Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.




Powered by phpBB 2.0.23 © 2001, 2002 phpBB Group

BBoard.de bietet Ihnen ein Kostenloses Forum mit zahlreichen tollen Features

Impressum | Datenschutz


Theme created OMI of Kyomii Designs for BRIX-CENTRAL.tk.